Ausstellung „Bilder aus Amerika – ein fotografischer Dialog“

Fotografien von Henner Kaiser und Frank Höltermann

 

Ausstellungsort

Europäisches Fotozentrum für junge Fotografie

Saarlandstraße 2-4

68519 Viernheim

 

Ausstellungseröffnung

Freitag, 2. Oktober 2015 19 Uhr, Eintritt Frei

 

Eröffnung

Markus Taube, Schulleitung Friedrich-Fröbel-Schule Viernheim

Tanja Eickmeier, Leiterin Europäisches Fotozentrum Viernheim

 

Einführung

Giselher Buhl, Europäisches Fotozentrum Viernheim

 

Musikalische Umrahmung

Jazz Combo „Banda Nova“, Städtische Musikschule Viernheim

 

Ausstellungsdauer

  1. Oktober bis 2. Dezember 2015

 

Öffnungszeiten

Täglich außer samstags und sonntags von 9.00 bis 16.00 Uhr

Während der Hessischen Herbstferien bleibt das Europäische Fotozentrum geschlossen

Bilder aus Amerika – ein fotografischer Dialog

Selten hat ein Land eine solche Faszination auf Menschen ausgeübt wie Amerika, dieses Land der Verheißung, des Versprechens von Freiheit neuer Heimat und individueller Erfüllung. Zwei deutsche Fotografen, es sind Henner Kaiser und Frank Höltermann, suchen ihr Amerika zu finden. Und sie finden es, in Bildern, die sie durch ihre Kameras in Fotografien verwandeln. Zwei Amerikas sind es, so unterschiedlich wie Bilder einer Suche nur sein können. Sein Blick schweift über monumentale Landschaften, verlassene Orte und karges Felsgestein, um plötzlich zu verweilen. Stille breitet sich aus, spricht aus dem Bild, wird fühlbar. Stumm formen sich Felsgestein, türmen sich weiß Wolken auf, der Horizont ahnt das Jenseits des Nichtgesehenen. Scheinbar greifbar realistisch bis in die Details strukturiert bauen sich die Bilder des Fotografen Henner Kaiser auf. Seine Kompositionen vereinen grafische Strenge mit dem Spiel von Licht und Schatten, erzählen eigenartige Geschichten fremder Ferne. Unentdeckt, unberührt, die Landschaften, vergessen scheinen die Orte, in der Vergangenheit verblieben die menschlichen Spuren und Landschaften Amerikas zu sein, die Henner Kaiser in seinen Bildern erschließt. Ihnen wohnt ein imaginäres Sehnen nach Ferne, Ruhe und Abgeschiedenheit inne. Deshalb kann man tief in die Fotografien hineinschauen. Sie atmen Weite, Kraft, Freiheit und Schönheit. Überschrieben hat Henner Kaiser seine Ausstellung mit „Trail West“. Damit knüpft er an die Tradition der Entdeckung Amerikas an, um seinen eigen bildlichen Weg des Entdeckens zu finden. Dem metaphysisch Fernen Amerikas sucht sich auch der Fotograf Frank Höltermann zu nähern. Doch das ist das Spannende, er fühlt und findet sich auf ganz andere Weise in sein Amerika ein. Seine Fotografien fließen zeitweilig farbig oszillierend zwischen bewegten Unschärfen und täuschend statischer Ruhe. In bewegter Flüchtigkeit und eigenartiger Farbigkeit ziehen Orte, Landschaften und Personen vorbei. Es scheinen Blicke aus dem Zugfenster oder der Autoscheibe zu sein. Das Unmittelbare gerät aus dem Blick. Das Reale wird in Unwirkliches und Flüchtiges transformiert. Manchmal wieder verweilen die Fotografien still an Orten und Plätzen, um sich in eigenartig fremden Landschaften zu verlieren. Es ist die Wahrnehmung eines Reisenden, durch den der Raum sich hindurch bewegt, sich dort mit inneren Bildern vereint. Menschen nehmen wenig konkrete Gestalt an, sind Schatten und Schemen des Verlorenseins und der Einsamkeit. Im Grunde genommen zeigen Höltermanns Bilder Territorien des Virtuellen, ein Amerika der Zeichen, der Bilder, der Geschwindigkeit, des Flüchtigen. Amerika wird zum filmischen Traum. Damit ist er dem Amerika als Mythos der Moderne auf der Spur. Wohltuend ist, dass beide Fotografen, kein imaginatives Museum im Kopf haben, also Bildern eines Amerika hinterherjagen, das es nicht mehr gibt oder so nie gegeben hat. Beide haben jegliche Klischees gemieden, beide verweigern sich allgemeiner stereotyper bildlicher Vorstellungen eines Amerikas wie es allabendlich die Bildschirme bestimmt. Beide Ausstellungen schaffen einen Dialog zwischen bildlichen Wahrnehmungen, wie er wirklich selten zu sehen ist. -Giselher Buhl

 

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